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07.Juli, 19.00 im Schloss Ludwigsthal:

Vortrag von Herrn Prof. Dr. Andreas Nerlich, Chefarzt am Institut für Pathologie im Klinikum München Schwabing und Bogenhausen:


"Von Mumien, Medizin und Molekülen: Wenn altägyptische Mumien sprechen …“

 

 

Das Wort "Mumie" erzeugt in vielen Menschen ein gemischtes Gefühl aus Abscheu und Neugier, handelt es sich doch um ehemals lebende Menschen aus einer zumeist ganz fernen Zeit. Tritt man einen Schritt zurück und betrachtet Mumien wissenschaftlich, sind diese eine ungeahnte Informationsquelle aus früherer Zeit. Und aus dieser Quelle möchte ich berichten.

 

Das alte Ägypten ist die Region, aus der die größte Zahl - und die oft am besten erhaltenen - Mumien heute noch vorhanden sind. Wie sind die Ägypter auf die Idee der Haltbarmachung von Toten gekommen und wie haben sie diese durchgeführt?

 

Mit diesen beiden Aspekten möchte ich eine Reise in das Land am Nil beginnen, um dann von den Erkenntnissen der modernen Mumienforschung speziell anhand eigener langjähriger Beobachtungen zu berichten. Wichtig ist dabei, dass uns das "Lesen" in mumifiziertem Biomaterial direkte Einblicke in das Leben vor mehreren tausend Jahren gewährt, während die Erkenntnisse von archäologischen Untersuchungen, so der Analyse von Schriften, Bildern und Überresten von Bauwerken - je nach Zeitgeist und Interpretation - erheblichen Deutungen unterliegen können und dabei zumeist ein "schönes Bild" zeichnen. Doch stimmt dieses? Die Frage soll durch den direkten Einblick in bestimmte Aspekte menschlichen Lebens, vor allem aber die Erfassung bestimmter Krankheiten und somit menschlichen Leidens, naturwissenschaftlich beantwortet werden.

 

Seit mehreren Jahren untersucht unser Team die menschlichen Überreste großer „Totenstädte“ Ägyptens, um genauere Informationen über die Zusammensetzung der damaligen Bevölkerung, deren Lebensumstände und das Vorkommen und die Häufigkeit bestimmter Erkrankungen zu erhalten. Dabei kommt zunehmend der Anwendung von modernen medizinisch-diagnostischen Verfahren, wie Röntgen, CT und Molekülanalysen, eine wesentliche Bedeutung zu, so dass wir ein immer umfassenderes Bild von Leben und Leiden der Altäygpter erhalten.